Vita

 

Okay, ich geb`s zu: Ich fand früher Berti Vogts gut! Ja, eine Jugendsünde. Als Achtjährige wusste ich auch schon, dass ich später unbedingt Sportreporterin im Ausland werden wollte.

Außerdem begann ich aus Langeweile in der Schule Bücher rückwärts zu lesen. Mein erstes Wort war Bertis Verein „hcabdalgnehcnöM aissuroB“, Borussia Mönchengladbach. Später dann konnte ich jeden Satz sofort rückwärts übersetzen. Auf Deutsch, Englisch, Spanisch oder Französisch. Liebe Kinder: Bitte macht das nicht nach! Es bringt rein gar nichts, kein Geld und man wird wirr im Kopf.

In Deutschland kam das allen nämlich irgendwie Spanisch vor. Deswegen bin ich nach Madrid gegangen. Als Au-Pair Mädchen. Dort liess mich die Familie auch nicht recht zu Wort kommen. Statt Schnullern und Windeln wollte ich sowieso lieber Glanz und Glamour. Monaco war 1991 meine nächste Station.

Bei Radio Plus Monte Carlo, dem deutschsprachigen Sender an der Côte d`Azur, hatte ich meine Premiere hinterm Mikrofon. Moderierte Magazin- und Sportsendungen mit Fußball-Bundesligaschalten.

Merci an Oliver Fassnacht, der mir in einer „Nachtsitzung“ das Moderieren beibrachte.
Aus Monte Carlo wollte ich Millionen mit nach Hause bringen. Habe ich auch: Ungefähr eine Million Strafzettel wegen Falschparkens im Fürstentum. (Hoffentlich inzwischen verjährt...)
Ein prägendes Autoerlebnis hab ich im roten Sportflitzer des Fußballers George Weah gehabt, der damals für den AS Monaco spielte. Mit ihm habe ich das allererste Interview meines Lebens gemacht. Alle Fragen minutiös auf Französisch vorbereitet, konnte sie auswendig, bis George lapidar sagte: „I don`t speak french.“

Peinliche Zugaben folgten: Hab bei Pélé vergessen, den Knopf am Aufnahmegerät zu drücken. Und Jürgen Klinsmann zuerst aus Schüchternheit nicht angesprochen.

Ging aber auch anders: Bei Radio Plus Monte Carlo haben wir wochenlang ein Interview mit Boris Becker angeleiert. Er stimmte endlich zu. Ich jedoch sagte am Tag X kurzfristig ab, weil ich die Zeit dann doch lieber mit meiner amour fou am Strand verbringen wollte. Danach Heimweh:
Während meines Volontariats bei Alster Radio in Hamburg habe ich das Moderieren im Studio und auf Bühnen gelernt, genauso wie das Texten und Produzieren von Comedy und Trailern.
Plötzlich wieder Fernweh! Oder war es die unbändige Sucht nach echten Schoko-Croissants!? Encore une fois nach Frankreich, diesmal 1998 für vier Jahre nach Lyon.

Dort erfüllte sich mein größter Traum:
Ja, genau: Sportredakteurin im Ausland beim europäischen Fernsehsender Euronews. Aber noch jemand ist in mein Leben getreten: ENTI! Eine beige Ente 2CV mit Revolverschaltung, die genau so alt war wie ich. Und genau so ne lahme Ente. Immerhin hat sie mir keine Knöllchen beschert. (Wer die Ente irgendwo gesehen hat, melde sich bitte bei mir, ich würde sie jederzeit wieder aufnehmen.)
Nach Paris hätte sie es niemals geschafft, deswegen bin ich von Lyon per TGV in die Haupstadt zu Eurosport gependelt, wo ich Station Voice wurde und die Frau für`s Bunte.
Zwei Dinge aus der Zeit sorgen auch heute noch für Gesprächsstoff. „Du hast nicht wirklich Synchronschwimmen kommentiert?“, fragen mich viele. Logisch! Zuerst habe ich auch drüber gelächelt, bis mich meine Eurosport Synchronschwimm- Co Kommentatorin und Nixe Renate Luba ins Becken gezogen und gezwungen hat, Wasser zu treten. Da hatte ich nix mehr zu lachen.

Richtig lustig fanden viele mein abendliches Tennis Rendezvous bei den French Open mit meinem Doppelpartner Ralf „Klinki“ Klinkenberg-mit vielen verbalen Assen!

Advantage Hamburg: Ich wollte wieder zurück in meine Heimatstadt und bin bei NDR 90,3 an Bord gegangen. Beim erfolgreichsten Hamburger Sender bin ich seitdem die frech-frisch-fröhliche Moderatorin im Magazin und Sport. Selber früher zweimal Deutsche Meisterin im Handball, bin ich besonders gern als Reporterin mit den HSV-Handballern unterwegs.
Highlight der Gewinn des Europapokals der Pokalsieger 2007 bei Ademar León: Reporterin Hasselbusch, auf einem Tisch stehend inmitten gröhlender spanischer Fans, klingt wie auf Speed. Deswegen sitze ich noch lieber im Studio und spiele mir den Ball mit unserem Handball-Reporter Stefan Grothoff zu. Das ist verbales Hirnjogging!

Meine Stimme kann ich beim Schreiben schonen. Zehn Jahre lang habe ich Verlage mit Buchideen bombardiert, und die ersten Absagen können gut mit den Millionen Strafzetteln in Monte Carlo mithalten.

Glücklicherweise bekam ich einen guten Tipp der Autorin und Scoutin Gabriella Engelmann, es mit meinem Buch über Kinder aus aller Welt doch mal bei einer Zeitschrift zu versuchen. (Ohne Gabriella hätte ich bis heute vermutlich noch keinen Jugendroman herausgebracht!)
Dank Claudia Greiner-Zwarg von der Eltern-Family erschienen meine „Sternchenköche“ in ihrem Heft und als Kindersachbuch im Mosaik-Verlag bei Goldmann.
Darin gibt es Antworten auf die Fragen „Pourquoi Baguette in Frankreich“ und „Wieso Stäbchen in China.“ Kinder aus aller Welt berichten über die Sitten und Bräuche, Lieblingsrezepte und Spiele in ihren Ländern, bringen den Lesern nebenbei noch ein paar Vokabeln bei.
Damit bin ich auch auf Lesereise durch Deutschland unterwegs, wobei ich mit den Kindern bastele, fremdsprachige Lieder singe und Mousse au chocolat koche, wenn die Sahne nicht wieder wie neulich in Reutlingen wegen der Wärme klumpig wird... Um die Lesungen kümmert sich Pia Mortensen.

Beispielsweise auch aus meinem Jugendroman „Ein guter Fang“ (bei Rotfuchs im Rowohlt-Verlag), ein Buch, das von zwei Freundinnen und der ersten Liebe auf dem Handballfeld handelt. Eigene Erfahrungen sind hierbei nicht ausgeschlossen.
Die Fortsetzung davon „Flirt-Angriff“, ist in Arbeit und spielt- c`est la vie- in Frankreich. Meine Literaturagentur ist die Thomas Schlück GmbH.

Auch habe ich mehrere Kurzgeschichten geschrieben, wobei es eigentlich immer selbstironisch um die liebe Liebe geht.
Vielleicht hat das Hamburger Abendblatt deswegen in einem Artikel geschrieben, dass ich im Herzen ein Teenie geblieben bin.
Um meine Familie dreht es sich in den beiden Zeitschriften-Kolumnen, in denen ich das Chaos als haustätige Berufsfrau aufs Korn nehme.
Außerdem unterrichte ich auch auch als Hörfunk-Dozentin.

Was ich noch erleben möchte: Dass ich an einem Eisladen vorbei gehen kann. Dass ich in einem Film jemanden synchronisieren darf. Dass ich über Nacht Salsa-Rhythmus im Blut habe. Dass meine Kurzgeschichte Tour d`Amour verfilmt wird. Und an einer Sache bleibe ich dran wie ein Terrier: Dass ich einen Mann endlich vors Mikrofon bekomme: Berti Vogts!

PS: Vielen Dank an Ingmar, Jacqueline, Olli, Vanessa, Sven, Katrin, Stefan, Andrea, Ecki, Katha, Fabi, Gabriella, Renate, Mami und Papi, dass sie mir mit Herz, Hirn und Humor helfen/geholfen haben, meine tootaal ausgelichene, tiefenentspannte innere Mitte zu finden. Ich fürchte, die Suche wird noch dauern...